Geschichte des Gut Dörphof

„Wir haben das Alte geehrt, um das Neue möglich zu machen.“

– Manuel & Fabienne von Dittmers, Gut Dörphof
Zwischen Vergangenheit und Zukunft leben wir hier – mit Herz, Geschichte und Verantwortung.
Gut Dörphof ist nicht nur unser Zuhause. Es ist unser Versprechen, das Erbe zu bewahren und mit Liebe weiterzutragen.


Zeitzeugen & Erinnerungen

Wenn Orte sprechen – die Rückkehr nach Dörphof

Gut Dörphof ist nicht nur ein Ort der Geschichte – es ist ein Ort der Erinnerungen.
Immer wieder kehren Menschen hierher zurück, die einst auf dem Hof gelebt, gearbeitet oder Kindheitstage verbracht haben. Und jedes Mal entsteht ein neuer Faden im Gewebe der Vergangenheit, der bis in die Gegenwart reicht.

Wertvolle Überlieferungen – Stimmen aus der Vergangenheit

So verdanken wir viele berührende Erinnerungen und persönliche Einblicke unter anderem:

• Dem Sohn Hans-Jürgen Bartel (88 Jahre, Stand 2025)
und seiner Tochter Iris Götze,
der Enkelin des ehemaligen Hofverwalters Alfred Bartel und seiner Frau Ursula Bartel.
Iris Götze führt heute ein Juweliergeschäft in Kappeln und besuchte uns 2024 gemeinsam mit ihrem Vater.
Beide teilten wertvolle Erinnerungen an die Zeit, in der Alfred Bartel auf Gut Dörphof tätig war. Wir haben zudem mehrere historische Fotos aus ihrem Familienbesitz erhalten, die wir weiter unten auf dieser Seite eingefügt und bewahrt haben.

• Frau Hannelore Aagten aus Vreden,
deren Mutter Erna Petersen bereits um 1940 auf dem Gut arbeitete.
Hannelore selbst kam im April 1960 – mit nur 15 Jahren – aus Karby nach Dörphof, um ebenfalls auf dem Hof zu arbeiten.
Seit 2023 besucht sie uns gemeinsam mit ihrem Mann regelmäßig und bewahrt eine tiefe Verbundenheit zum Gut.

• Dr. Maike Süthoff aus Aachen,
deren Schwiegermutter Josefine Mainz (geb. 1927) um 1942 auf Gut Dörphof eingesetzt war.
Auch sie kam 2024 während eines Urlaubs in Damp zu uns und teilte die weitergegebenen Erzählungen ihrer Familie.

• Dem Sohn von Ulrike Behr,
der Tochter von Elisabeth Franke, geb. Magnussen,
der uns 2024 gemeinsam mit seiner Frau besuchte.
Ihre Familie lebt heute auf einem Hof bei Wittensee und arbeitet dort mit Pferden.

Seine Mutter, Ulrike Behr, führt bis heute die Margareten-Klinik fort –
jene Einrichtung, die ihr Vater gemeinsam mit Margarethe Magnussen und Elisabeth Franke geb. Magnussen aufgebaut hat.
Ein Familienwerk, das über Generationen hinweg weitergeführt wurde.
Der Besuch ihres Sohnes war ein stiller, sehr herzlicher Moment,
der die Verbindung zwischen der Geschichte der Magnussens und dem heutigen Gut Dörphof spürbar machte.

• Drei ältere Herren,
die ende September 2025 während einer kleinen Rundfahrt durch die Schwansener Landschaft spontan bei uns Halt machten – darunter Herr von Spreckelsen.
Er erzählte, dass er früher oft auf Gut Dörphof gefeiert habe und freute sich sichtlich, den Hof wiederzusehen.
Besonders berührte uns sein Lob über das, was hier inzwischen geschaffen wurde.


Diese Begegnungen sind kostbar. Sie erinnern uns daran, dass Geschichte nicht nur in Urkunden oder Gebäuden lebt – sondern in den Herzen der Menschen, die sie erlebt haben.

„Immer wieder zieht es Menschen hierher, die einst Teil dieses Ortes waren – und sie sind uns immer herzlich willkommen. Denn Geschichte muss nicht nur bewahrt, sondern auch erzählt werden.“

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Zeitzeugen erzählen – „Oma Josi berichtet“

Im Frühjahr 1942 wurde die vierzehnjährige Josefine „Josi“ Mainz aus Aachen im Rahmen der Landverschickung nach Schleswig-Holstein geschickt.

Ihr Weg führte sie auf das Gut Dörphof, wo sie bei der Familie Magnussen arbeitete.

„Etwa ein halbes Jahr, bis ich 15 Jahre alt wurde – von Frühjahr bis Herbst – war ich in der Landverschickung in Schleswig-Holstein, in der Nähe von Eckernförde. Das Dorf hieß Dörphof im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Ich war bei Bauern untergebracht, die Magnussen hießen. Die Frau hieß Elisabeth Magnussen. Sie haben darauf bestanden, dass wir Gäste mit im Speisezimmer am gemeinsamen Tisch gegessen haben. 
Sie waren freundliche Leute.“


„Ganz früh habe ich mich in der Tenne gewaschen, weil es so viele Mädchen gab. Da war es ganz kalt. Die anderen Mädchen haben sich geschämt und nicht ausgezogen. Das war ein Theater, eine Weinerei, ein Hantier. Deshalb bin ich in die Tenne gegangen. Auch wenn es kalt war, habe ich mich dort gewaschen.“
„Morgens haben wir alle draußen gestanden und die Hitlerfahne wurde hochgezogen. Da hatten wir die Uniform an. Ansonsten haben wir Lagerkleidung getragen. 

Die Familie Magnussen hatte es auch nicht so mit dem Hitler.“

„Am Brunnen im Hof haben die Frauen abends ein Feuer gemacht, und wir haben gesungen. Ich hatte das Glück, dass ich gut singen konnte. Wir spielten Scharade und haben viel gelacht. Ich habe dort viel Gutes gelernt.“
„Bei den Magnussen durfte ich in der Küche mithelfen und am Familientisch mitessen. Das war toll. Wir hatten gut zu essen – da wir bei Bauern waren. Als ich nach Hause kam, sagte mein Vater: 
,‚Guck mal, was da für ein Luftballon kommt!‘ – weil meine Wangen so rund waren.“

Wiederentdeckung 2024

Mehr als achtzig Jahre später, im April 2024, stand ihre Schwiegertochter Maike Süthoff auf demselben Hof.
Während einer Reha in der Nähe besuchte sie Dörphof – ohne zu wissen, dass sie genau dort stand, wo Josi einst lebte und arbeitete.

Sie schrieb uns später:
„Wir fuhren durch den alten Teil des Dorfes, parkten spontan am großen Tor mit den Findlingen und Lindenbäumen – und sofort hatte ich das Gefühl: Das ist der Hof. Ich erkannte die Ruhe, den Platz, den alten Geist. Es war, als hätte die Zeit nur kurz angehalten.“
Maike bestätigte vieles aus Josis Erzählung – die Bahnlinie hinter dem Haus, die alten Wege und Strukturen.
Heute ist Gut Dörphof wieder bewohnt, gepflegt und lebendig.
Ein Ort, der Geschichte nicht nur bewahrt, sondern weiterträgt.

„Geschichte lebt weiter, wenn sie erzählt wird.“ 


    Begegnung im Jahr 2024

Im Jahr 2024 erhielten wir auf Gut Dörphof besonderen Besuch:
Der Sohn von Ulrike Behr, der Tochter von Elisabeth Franke, geb. Magnussen, kam gemeinsam mit seiner Frau zu uns auf den Hof.
Die beiden leben heute auf einem Hof bei Wittensee und arbeiten dort mit Pferden.
Es war eine sehr herzliche und offene Begegnung – Menschen, die eine Verbindung zu genau jenem Ort haben, an dem ihre Großmutter einst lebte und arbeitete.
Wir haben ihnen gesagt, dass sie hier jederzeit willkommen sind – ebenso natürlich Ulrike selbst.
Er erzählte allerdings, dass ein Besuch für seine Mutter emotional zu schwer wäre.
Das können wir gut verstehen.
Umso bedeutender war es, dass wenigstens er und seine Frau diesen Schritt gemacht haben.
Ein Moment, der zeigt, wie eng Vergangenheit und Gegenwart auf Gut Dörphof miteinander verbunden sind.
Es ist großartig was die beiden heute machen. 


So haben wir 2008 das alte Gut von 1348 gekauft. Mit dem dritten und aktuellen Haupthaus (von 1952), da das alte Haus durch einen Brand komplett zerstört wurde.

Wir sind noch nicht fertig, aber so sieht das Haupthaus aktuell aus. Hier ist sehr viel saniert worden. Den Keller haben wir ausgegraben und ein paar Jahre offen stehen lassen - um es ordentlich zu trocknen. Um die Heizkosten zu senken gab es eine neue Dämmung. Den Brunnen haben wir 2015 wiedergefunden. Er war 400 Jahre geschlossen - unter einer Platte versteckt. Bei Baggerarbeiten stand ein Bagger zufällig zur Mittagspause auf dieser und kippte leicht zur Seite...ein glücklicher Zufall.

Hier das zweite Gutshaus neu errichtet auch nach einem Brand in 1836, mit 460qm Grundfläche. Viel größer und mit Reet gedeckt. 1949 ist auch dieses durch Brandstiftung abgerannt und wurde dann kleiner wieder von Familie Magnussen aufgebaut und zwischen den Scheunen proportional platziert. 

Noch ein Bild aus vergangenen Tagen...
Hier wohnte einst Hans Magnussen aus Steinberg (erwarb den Hof 1911) der 1. Bürgermeister von Dörphof (05.01.1924-14.12.1934) und seine Frau Anna Margarethe Magnussen geb. Andresen - wurde immer Gretchen genannt. Mit ihren 4 Kindern Horst, Hans Werner, Wilhelm und Elisabeth Auguste. 
Nachdem Hans und seine Söhne im Krieg gefallen waren blieb noch Margarethe und Elisabeth...

Links am Pferd der Hofverwalter Alfred Bartel. Auf der Kutsche Thomas Franke, von dem Manuel Ludwig v. Dittmers 2008 dem Hof erwarb. Frau mit der Kamera ist Elisabeth Franke (geb. Magnussen) eine wunderbare Frau wie uns erzählt wurde. Leider nahm sie sich 1975 das Leben.  Neben Ihr Dr. Otto Franke - ihr zweiter Ehemann. Die dritte Frau von links ist Ursula Bartel, die Frau von Alfred Barthel und die zweite Frau von links ist Margarethe Magnussen, die ihren Mann und 3 Söhne im Krieg verloren hat. Nach Ihr ist auch die Margarethenklinik in Kappeln benannt, die Sie für Ihren Schwiegersohn bauen ließ.

Großmutter Margarethe Magnussen mit 3 ihrer  Enkeln. 

Die Hofkate im Jahre 1914

1940

 Kriegsgefangene Russen und Polen arbeiten auf dem Hof, die alle den Krieg hier auf dem Hof überlebt haben.

Dr. Otto franke (stehend) zum 25. Dienstjubiläum 1976 von Alfred Bartel (rechts). Bild entstand im Wohnzimmer mit Blick auf das Feld.

Tagelöhner vor dem Mähdreschen. Der dritte von links Alfred Bartel.

Ausritt der Ponyhalter 1966

Pony-Wanderung durch Angeln 1966
Hier war immer was los. Hafermotor auf Achse! 

Treffen der Ponyhalter 1966

Am Verwalterhaus von Alfred Bartel und seiner Frau Ursula Bartel.

Sein blick auf das Gut

Die alte Anschleppung gut zu sehen. 2013 durch Sturm Christian komplett zerstört. Familie v. Dittmers hat sie neu errichtet mit alten Steinen. Einst war es eine Hofkapelle...

Das Verwalterhaus im Jahre 1950. Erbaut von Alfred und Ursula Bartel.

Bilder aus unseren Anfängen und etwas Geschichte...

Die linke Scheune – älter als gedacht.
Die Scheune zur linken Seite des Hofes ist deutlich älter als ihre rechte Schwester.
Ihr Ursprung reicht zurück bis um das Jahr 1662.
Mauerwerk, Fundament und Details ihrer Bauweise zeigen:
Sie wurde noch im ausgehenden Mittelalter errichtet –
ein seltenes Zeugnis bäuerlich-adeliger Baukunst in unserer Region.

Auch sie wollen wir mit größter Sorgfalt bewahren –
als stillen Zeitzeugen und lebendiges Erbe.

Blick auf den Hof – noch ohne Brunnen.
Damals lag er noch verborgen unter der Erde, vergessen von der Zeit.
Der Turm und der Brunnen wurden im Jahr 1348 durch König Friedrich III. von Dänemark errichtet –
ein bedeutender Bau, der das Gut seit Jahrhunderten prägte.
Als wir den Grundstein in 1,70 Meter Tiefe entdeckten, war das ein beeindruckender Moment –
ein stiller, starker Beweis für die Geschichte dieses Ortes.

Die rechte Scheune – ein stiller Zeitzeuge.
Wer heute den Hof betritt, blickt rechter Hand auf die große Scheune –
in ihrer heutigen Form stammt sie etwa aus dem Jahr 1776.
Doch beim Freilegen der Grundsteine fanden wir ältere Mauerreste im Klosterformat,
die von einem noch früheren Bauabschnitt anno 1497 von Ritter Wulf von Pogwisch zeugen.
Die Scheune wurde also einst erweitert – und ist in Teilen älter, als es auf den ersten Blick scheint.

Heute setzen wir alles daran, dieses Stück Geschichte zu erhalten
mit Sorgfalt, Respekt und Liebe zum Detail.

Blick vom Herrenhaus – auf eine Allee, die wieder atmet.
Von hier aus fällt der Blick auf die alte Lindenallee von 1815 –
heute erholt sie sich spürbar, doch sie trägt noch ihre Narben.
Vor unserem Kauf wurde sie leider „auf den Kopf gesetzt“.
Zwei Bäume überlebten diesen radikalen Eingriff nicht,
drei weitere litten schwer darunter.

Die Zeit heilt nicht alle Wunden –
aber manche Landschaft wächst dennoch zurück
mit Würde, Geduld und ein wenig Liebe.

Viel ist bereits vollbracht – doch der Weg ist noch nicht zu Ende.
Mit jedem Schritt wächst, was bewahrt werden will –
und mit jeder Aufgabe formt sich die Zukunft dieses Ortes.

„Wer den Staub nicht geatmet hat, soll sich nicht in den Glanz stellen.“

Die Türen sind offen –
doch das Werk gehört denen,
die auch kamen, als es kalt war,
verlassen, schwer und ungepflastert.

Gut Dörphof – ein Ort, der Geschichte und Geschichten erzählt.
Nicht nur als historisches Anwesen, sondern auch als beliebte Kulisse:
Gut Dörphof diente vielfach als Drehort für die beliebte ZDF-Serie „Der Landarzt“.
Gedreht wurde nicht nur auf dem Hof und in den Außenanlagen,
sondern auch im Hofzimmer des Herrenhauses
einem Raum, der mit seiner besonderen Atmosphäre die Zeit stillstehen lässt.

Zwischen alten Mauern und weiten Feldern fand das Fernsehpublikum,
was Gut Dörphof seit Jahrhunderten ausstrahlt:
Echtheit, Charakter und eine stille, zeitlose Schönheit.

Zwischen Schlei und sanften Feldern

Zwischen Schlei und Ostseewind,
wo alte Linden Wächter sind,
steht Dörphof stolz mit rotem Stein –
ein Gut, ein Herz, ein Daheim.

Die Zeit verging, die Mauern blieben,
getragen von des Lebens Lieben,
von Hufenklang und Scheunenduft,
von Sturmgebraus und Blütenduft.

Manuel, mit Blick nach vorn,
doch in der Ahnen Lied geborn,
ließ nicht los, was einst begann,
wo sein Weg im Norden ankam.

Fabienne, mit Herz und klarem Sinn,
trat mutig in das Erbe hin,
aus alten Ringen ward ein Band,
aus zwei nun fünf mit starker Hand.

Sie pflanzten Bäume, knüpften Träume,
in alten Steinen, neuen Räume.
Ein Hof, drei Kinder, ein Lied – so sacht,
inmitten Frieden, Liebe, Nacht.

Und wer hier war, kehrt oft zurück,
mit Tränen, Lächeln, Stück für Stück.
Denn Dörphof lebt – durch Wort und Bild,
und durch das Glück, das hier erfüllt.

-Manuel und Fabienne-